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Monopoly Erfolgsstory
Spiel Monopoly-Memory ?!

Warum
erfolgreich?
60 Jahre nach seiner Entstehung wird Monopoly ebenso sehr geliebt wie verabscheut. Es fasziniert und es stößt ab. Weshalb dieses Spiel aber so erfolgreich ist, ist auch nach über einem halben Jahrhundert nicht geklärt. Bezeichnend ist, daß Spielkritiker das Spiel keineswegs für einen großen Wurf halten, Parker selbst hatte es ja ursprünglich wegen 52 fundamentaler Fehler abgelehnt. Und die Leser der Zeitschrift "Spielbox" haben den Klassiker einmal als zweitschlechtestes Spiel eingestuft. Andererseits ermittelte 1979 das Marplan-Institut, daß Monopoly in der Beliebtheitsskala nach "Mensch-ärgere-Dich-nicht" an zweiter Stelle liegt.
Ruin
ohne
wirklich
zu
schaden
Die einen verabscheuen es wegen seiner Brutalität, bei der der Gewinn nur über den Ruin des Mitspielers führt, die anderen schätzen an ihm, daß man hier auf die heiterste Weise "seinen besten Freund ruinieren kann, ohne ihm wirklich zu schaden", so der ehemalige Firmenpräsident Ed Parker.
Die Psychologin Joyce Brothers erklärt den Erfolg so: "Das Spiel erfordert soviel Geschicklichkeit, daß sich der Sieger schmeicheln darf, der beste Spieler zu sein, und hängt doch so weit vom Glück ab, daß der Verlierer sein Pech auf die Würfel schieben kann."
Monopoly
weckt
prähistorische
Verhaltensmuster
Spielekritiker Tom Werneck vermutet hingegen, daß es "die gleichen Verhaltensmuster sind, die in der Steinzeit den Menschen zum Jäger und Sammler machten und ihn heute fast zwanghaft dazu bringen, Reichtum und Wohlstand zusammenzutragen, auch wenn dieser nur aus ein paar Grundstücken und knallroten Hotels besteht". Den Düsseldorfer Werbepabst Michael Schirner faszinierten vor allem die präzisen Befehle ("Zerbrach doch fast jedes andere kindliche Spiel an unterschiedlich auslegbaren Regeln"). Vornehmlich die Ereigniskarten hatten es Schirner angetan: "Bankirrtum zu Deinen Gunsten - Seit jenen unbeschwerten Tagen der Kindheit ist der nicht mehr vorgekommen."
Gleichfalls ironisch urteilte der SPD-Politiker Wolfgang Roth, damals noch Juso-Vorsitzender: "Das Spiel ist gar nicht so schlecht zur Einführung in unser Gesellschaftssystem. Es ist so fesselnd wie die kapitalistische Grundordnung. Nur, daß man wegen Wirtschaftsvergehens sofort ins Gefängnis kommt, stimmt an den Spielregeln nicht. Dafür müßte man auf die Bahamas geschickt werden."
Monopoly
-
ein
Dorn
im
Auge
der
Ideologen
Nationalsozialisten und Kommunisten haben eine Gemeinsamkeit - sie hassen Monopoly. Die einen lehnen es wegen seines "jüdisch-spekulativen Charakters" ab, die anderen, weil es das Kapitalistenspiel schlechthin ist. Joseph Goebbels beispielsweise ließ das Spiel mit antisemitischer Begründung 1936 verbieten. Doch der Hintergrund war wohl ein anderer. Die Übersetzer der deutschen Monopoly-Version hatten das Berliner Prominentenviertel Schwanenwerder mit Wuchermieten auf den Spielplan übertragen. Und eben dort wohnte Hitlers Propagandaminister. Beim Volk hätte leicht der Eindruck aufkommen können, der Volksgenosse Goebbels wohne im besten Viertel.
Gleichwohl galt das Verbot nicht durchgängig. Einige Exemplare des geschmähten "Plutokraten-Spiels" sorgten bis tief in den Krieg hinein für zivile Siegesstimmung in den Offizierskasinos.
Fluchtgeld
für
britische
Gefangene
Während des Zweiten Weltkrieges durfte selbst das Rote Kreuz gefangene britische Soldaten mit englischen Monopoly-Spielen "versorgen". Doch der Inhalt dieser Spiele stimmte nicht unbedingt mit dem offiziellen Monopoly überein. Denn in den Spielen waren Fluchtpläne, falsche Ausweise, Fluchtwerkzeuge und deutsches Geld versteckt. Die bekannte Spielanweisung: "Du kommst aus dem Gefängnis frei" bekam dadurch eine ganz besondere Bedeutung.
Aber auch der Diktator Josef Stalin konnte sich mit dem Spiel wegen seiner "Dekadenz" nicht anfreunden, und Fidel Castro ließ es nach seiner Machtübernahme als "typisch " in allen Geschäften Kubas konfiszieren. Im gesamten Ostblock war das Spiel verboten. Durchgesetzt hat es sich aber dann doch. Schon 1959 - bei der American National Exhibition in Moskau - verschwanden auf wunderliche Weise alle sechs ausgestellten Monopoly-Spiele. Und wo man an offizielle Spiele nicht herankam, wußte man sich zu helfen. Denn heimlich fertigten die Bürger der Ostblockstaaten ihre eigenen Spiele. Manches Eigenbau-Monopoly war dann westlicher als im Westen: "Du machst eine Reise nach den USA. Zahle dem Reisebüro 3000 Dollar" stand auf einer selbstgefertigten "Ereigniskarte".
Mit
Glasnost
nach
Osteuropa
Schließlich wehte der Wind von Glasnost und Perestrojka durch Osteuropa. 1988 konnte das erste sowjetische Monopoly erscheinen und nun durfte auch offiziell in Moskau geschachert werden. Der frühere britische Premierminister Edward Heath riet Michail Gorbatschow: "Ich hoffe, das Gorbatschow Monopoly spielt und dann kauft, verhandelt und einiges vom Gelernten in die Tat umsetzt." Als die Mauer ein Jahr später fiel, setzte geradezu ein Run auf Original-Monopoly-Spiele ein. Durch das Verbot hatte Monopoly im Osten nahezu einen Kultstatus erlangt. 1989 befragte Professor Dr. Achim Hoffmann vom Leipziger Institut für Jugendforschung 1400 DDR-Jugendliche nach ihren Vorlieben. Rund 60 Prozent favorisierten bundesdeutsche Spiele. "Angeführt wird diese Hitliste von Monopoly", so Forscher Hoffmann.
Nur in Kuba, Nord-Korea und China bleiben die bunten Felder unbebaut - das Spiel ist weiterhin verboten.
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