Anmerkung: Diese Seite beschreibt den Sterbevorgang von Leuten, die NICHT das Reine Land praktizieren.


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Wenn du Zuflucht [in Buddha, Seinen Lehren, und der spirituellen Gemeinschaft] suchst, nur um dein Leiden zu erleichtern und Befreiung von der Kreislauf-Existenz zu erreichen, dann erfüllst du die Qualifikationen der selbstlosen Zuflucht nicht. Deine Perspektive würde nicht weitreichend sein. Deine Haltung zur Zuflucht sollte zum Wohle aller empfindungsfähigen Wesen sein, für deren Befreiung vom Leiden und Erreichen der Buddhaschaft.

Es ist äussterst wichtig, dem Tod gegenüber geistesgegenwärtig zu sein - zu kontemplieren, dass du nicht lange in diesem Leben verweilen wirst. Wenn du des Todes nicht gewahr bist, entgeht es dir, einen Vorteil aus diesem bereits erreichten menschlichen Leben zu erlangen.

1. Damit du nicht überrascht bist, wenn der Sterbevorgang beginnt, lerne die Stufen der Auflösung der vier Elemente und deren begleitende äussere Anzeichen.

2. Gib acht, wenn die Zeit des Sterbens naht, dass gute Grundvoraussetzungen gefordert werden und durch eine tugendreiche Haltungen aktiviert werden.

3. Teile des Todes können innerhalb von ein bis zwei Jahren vor dem Sterben in Erscheinung treten. Diese warnen dich zur Notwendigkeit der Vorbereitung, aber es ist besser, schon vorher bereit zu sein.


Im Prozess des Sterbens durchläufst du acht Phasen. Die ersten vier beinhalten den Verfall der vier Elemente. Die letzten vier beinhalten den Verfall des bewusstseins zu der allerinnersten Ebene des Geistes, genannt der Geist des klaren Lichts.

Diese acht Phasen treten in vorwärtiger Reihenfolge auf wenn man stirbt, schlafen geht, einen Traum beendet, niest, ohnmächtig wird, einen Orgasmus hat; und in rückwärtiger Reihenfolge wenn nachdem der Prozess des Sterbens vollendet ist, wenn man vom Schlafen aufwacht, einen Traum beginnt, und wenn das Niesen, die Ohnmacht, und der Orgasmus endet.



Stufen des Sterbens

PHASE 1. Das Element der Erde degeneriert und löst sich im Element des Wassers auf. Die festen Erscheinungen des Körpers, wie Knochen, sind nicht mehr länger fähig als ein Träger, oder Grundlage, für das Bewusstsein zu dienen; die Kapazität der festen Erscheinungen löst sich auf, oder wird übertragen, in die Flüssigkeiten des Körpers, wie Blut und Schleim.

Nun manifestiert sich die Kapazität des Wasser-Elements als Basis für das Bewusstseins. Dein Körper wird dramatisch dünner und deine Gliedmassen werden lockerer. Du verlierst an körperlicher Stärke - die Lebenskraft und der Glanz des Körpers verringern sich sehr schnell, er wirkt ausgezehrt. Dein Sehnvermögen wird dunkel und unklar; du kannst nicht länger deine Augen öffnen und schliessen.

Du hast vielleicht das Gefühl des Hinabsinkens in die Erde oder unter Schlamm, und du rufst vielleicht sogar "Haltet mich hoch!", oder versuchst dich hochzustrampeln, aber es ist wichtig, dass du nicht kämpfst: Verbleibe ruhig in einer tugendreichen Haltung. Was du nun in deinem Geist siehst, ist wie ein Luftspiegelung.

   

PHASE 2. Die Kapazität des Wasser-Elements degeneriert und löst sich im Element des Feuers auf - die Wärme die den Körper versorgt - und die Kapazität des Feuer Elements, als Basis für das Bewusstsein zu dienen, wird erhöht. Du erfährst nicht mehr angenehme Gefühle oder Schmerz, und auch keine neutralen Gefühle, die mit den Sinnen und dem geistigen Bewusstsein verbunden sind.

Dein Mund, die Zunge, und dein Rachen trocknen infolge von Speichelmangel aus, und Schaum bildet sich auf deinen Zähnen. Andere Flüssigkeiten, wie Urin, Blut, regnerative Flüssigkeit und Schweiss, trocken aus. Du kannst keine Klänge mehr hören und das übliche Rauschen in den Ohren hört auf. Was du nun in deinem Geist siehst, ist wie Wolken von Rauch, oder dünner Rauch durch einen Raum hindurch, oder sich aufblähender Rauch eines Rauchfangs.

   

PHASE 3. Die Kapazität des Feuer-Elements degeneriert und löst sich im Element des Windes auf - die Luftströme, oder die Energie der verschiedenen körperlichen Funktionen wie Einatmen, Ausatmen, Rülpsen, Spucken, Sprechen, Schlucken, die Gelenke abbiegen, die Gliedmassen strecken und zusammenziehen, das Öffnen und Schliessen des Mundes und der Augenlieder, die Verdauung, Urinieren, Ausscheidung, Menstruation, und Ejakulation.

Die Körperwärme vergeht, resultierend in der Unfähigkeit, Essen zu verdauen. Wenn du ein vorwiegend untugendliches Leben gehabt hast, sammelt sich die Körperwärme von unterhalb der Kopfspitze bis zu deinem Herzen, der obere Körper wird zuerst kalt;

aber wenn du vorwiegend tugendlich gelebt hast, sammelt sich die Körperwärme von deinen Fusssohlen aufwärts zum Herzen, und der untere Körper wird zuerst kalt. Die Fähigkeit zu Riechen vergeht. Du kannst den Aktivitäten und Wünschen von Freunden und Verwandten rund um dich keine Aufmerksamkeit mehr schenken, oder dich gar an deren Namen errinnern. Du hast Schwierigkeiten beim Atmen, das Ausatmen wird länger und länger und das Einatmen kürzer und kürzer; deinem Rachen entweichen klappernde oder keuchende Klänge. Was du nun in deinem Geist siehst, ist wie Leuchtkafer, vielleicht inmitten des Rauchs, oder wie Funken im russchwarzen Grund einer Metalpfanne.

   

PHASE 4. Die Kapazität der gröberen Wind -Elemente degeneriert und löst sich in Bewusstsein auf. Die Zunge wird dick und kurz, ihre Wurzel wird bläulich. Der körperliche Tast- und Spürsinn vergeht, zusammen mit dem Spüren körperlicher Aktion. Das Atmen durch die Nase vergeht, aber es gibt noch subtile Ebenen des Atmens, oder Windes, daher bedeutet das Aufhören des Atmens der Nase nicht die Vollendung des Todesvorgangs. Was du nun in deinem Geist siehst, ist wie die Flamme einer Butterlampe oder eine Kerze (oder gleich dem Flackern des Lichts oberhalb einer Butterlampe oder Kerze). Zuerst flackert das Licht, als ob die Butter oder das Wachs fast aufgebraucht sind. Dann, wenn die Winde der geistigen Wahrnehmung zusammenbrechen, wird die Erscheinung der Flamme gleichbleibend.

   

Generell gesagt, ist der Körper eines Menschen aus vier Elementen zusammengesetzt; wieauchimmer, da es Variationen in den Kanälen und Winden innerhalb des Grundgerüsts gibt, erfahren verschiedene Menschen verschiedene innere Erscheinungen während des Vorgangs der Auflösung.

Je besser dein Karma, desto besser dein Sterben!
Erkenne, dass die myriaden Erscheinungen, manche sogar beängstigend und erschreckend, die während des Sterbens passieren können, alle infolge des Karma entstehen. Lass dich von ihnen nicht ablenken.


Todesnahe Erfahrungen
Manchmal erfahren klinisch tote Menschen Tunnel aus Licht, oder treffen auf Leute etc. Sie sind nicht wirklich tot; der spirituelle Sterbeprozess geht lange weiter, nachdem das Atmen aufgehört hat. Das sehr subtile Bewusstsein verbleibt gewöhnlich für drei Tage im Körper, ausser wenn der Körper durch Krankheit dahingerafft wurde, in diesem Fall verbleibt es möglicherweise sogar nicht einmal einen Tag.

Unsicherheit und dein Karma während des Zwischenzustands sind der Grund für verschiedene Erscheinungen. Dein Platz, Vertrauen, Verhalten, Essen, Freunde, und Gefühle sind vollkommen unsicher.

Unsicherheit des Platzes bedeutet, dass du ständig an verschiedenen Plätzen ankommst.
Unsicherheit des Vertrauens bedeutet, dass du Zuflucht im Flüchtigen nimmst: Brücken, Tunnel, Treppen, und so weiter.
Unsicherheit des Verhaltens bedeutet, dass du
dich abrupt veränderst und herumgeweht wirst, wie eine Feder im Wind.
Unsicherheit des Essens bedeutet, dass du köstliches Essen siehst, aber unfähig bist, es zu essen, da es nicht für dich bestimmt ist.
Unsicherheit des Essens bedeutet, dass du Gesellschaft mit zufälligen Wesen aufnimmst.
Unsicherheit der Gefühle bedeutet, dass du plötzliche Stimmungsschwankungen erfährst - manchmal glücklich, manchmal schmerzhaft, manchmal traurig, ärgerlich, und so weiter.

   


Stufen des Sterbens

Die letzten vier Phasen des Todes beginnen mit drei Stufen des subtilen Geistes und schliessen mit einer Phase des sehr subtilen Geistes ab. Wenn die groben Ebenen des Bewusstseins vergangen sind, entstehen drei Phasen des subtilen Geistes. Während du diese drei Ebenen durchläufst, wird dein Bewusstsein zunehmend nicht-dualistisch, da immer weniger und weniger Sinn für Subjekt und Objekt verbleibt.

   

PHASE 5. Wenn alle achtzig Vorstellungen der groben Ebene des Bewusstseins vergehen, entsteht die erste der drei subtilen Ebenen des Geistes, eine kräftig weisse Erscheinung, die aus eigenem Einklang dämmert. Es ist eine leuchtende Offenheit, wie ein Herbsthimmel durchflutet mit weissem Licht. Nichts anderes erscheint dem Geist. Die blosse Abwesenheit von Hindernissen, da nun die groben Wahrnehmungen verschwunden sind, lassen einen Sinn von Offenheit zurück.

Die erste der drei subtilen Zustände wird "Erscheinung" genannt, weil eine Erscheinung wie Mondlicht dämmert, aber da ist kein solches Licht von ausserhalb scheinend. Dieser Zustand wird auch "leer" genannt, weil er jenseits der achzig Vorstellungen ist, und jenseits der Winde auf denen sie reiten.

   

PHASE 6. Wenn der Geist der weissen Erscheinung und sein Wind vergehen in den Geist des Ansteigen-der-Erscheinung, eine kräftige rot-orange Erscheinung dämmert aus eigenem Einklang. Dies ist sogar noch eine hellere Offenheit, wie ein Herbsthimmel frei von Staub und Wolken durchdrungen mit rot-orangem Licht. Nichts anderes erscheint dem Geist.

Dieser Zustand wird "Ansteigen der Erscheinung" genannt, weil eine Erscheinung wie sehr kräftiges Sonnenlicht eintritt, aber wiederum gibtes kein solches Licht welches von ausserhalb scheint. Dieser Zustand wird auch "sehr leer" genannt, weil er jenseits des Geists der Erscheinung und des Windes auf dem er reitet, ist.

   

PHASE 7. Wenn der Geist des rot-orangen Ansteigens-der-Erscheinung und sein Wind vergeht in den Geist des Nahen-Erreichens, dämmert eine kräftig schwarze Erscheinung aus eigenem Einklang. Nun ist es wie in einem Herbsthimmel, der frei von Staub und Wolken ist und durchflutet mit einer dichten Dunkelheit, die unmittelbar nach dem Sonnenuntergang eintritt. Nichts anderes erscheint dem Geist. Während den ersten Teil des Geistes des schwarzen Nahen-Erreichens, bist du noch bei Bewusstsein, aber im letzten Teil wirst du bewusstseinslos in einer sehr dicken Dunkelheit wie in Ohmacht fallen.

Diese Phase wird "Nahe-Erreichen" genannt, weil es nache zur geistigen Manifestation des klaren Lichts ist. Es wird auch "sehr leer" genannt, weil es jenseits des Geistes von Ansteigen-der-Erscheinung und dem Wind auf dem reitet, ist.

   

Für die meisten Leute geschieht der Tod, wenn die subtilsten Ebenen des Geistes sich manifestieren. Aber es ist wichtig zu wissen, dass zu diesem Zeitpunkt der Sterbeprozess noch nicht beendet ist.


 

PHASE 8. Der Geist wird sogar noch subtiler als er während des bewusstseinslosen zweiten Teils des schwarzen Nahen-Erreichens war; die Bewegung des Windes wird schwächer, und der Zustand des subtilsten Windes entsteht. Zu diesem Zeitpunkt wird das Nichtbewusstsein gelöscht und der Geist des klaren Lichts, der subtilste aller Geisteszustände, nichtkonzeptuell und absolut nichtdualistisch, ist manifestiert. An diesem Abschnitt sind alle konzeptuellen Aktivitäten vergangen, oder Mond, Sonne und Dunkelheit, die das Auftreten der natürlichen Farbe des Himmels verhindern - haben sich aufgelöst. Ein sehr klare Offenheit dämmert nun. Wie ein Herbsthimmel bei Dämmmerung, vor Sonnenaufgang, frei von jeglichen finsteren Faktoren, nichts anderes erscheint. Dieses tiefste Bewusstsein wird der "fundamentale angeborene Geist des klaren Lichts" und "alles leer" genannt, weil es jenseits der achtzig Vorstellungen und der drei subtilen Geisteszustände ist.


Zu diesem Zeitpunkt des Sterbeprozess wurde der Anhänger des Reinen Landes, infolge seiner aufrichtigen Gelobnisse und zielstrebigen Rezitationen des Buddha-Namens im Sterben, bereits aus dem Samsara durch die unvorstellbaren Kräfte von Amitabha befreit.

Die "Höhere Klasse" der Anhänger des Reinen Landes wurde umgehend in einer Lotusblume im Land des Höchsten Friedens und Segens wiedergeboren.

Die "Mittlere und Untere Klasse" der Anhänger des Reinen Landes traf auf den transformierten Körper von Amitabha und einer Schar Weiser, und wurde zum Reinen Land geführt.

Genauere Ausführungen findest du im "Kontemplations Sutra."