website counter
Erzberg 2006 website counter
Zurück

Vorbericht:

Nachdem ich grad mit meinen Vorbereitungen fertig geworden bin, wollt ich hier mal einen kurzen Bericht schreiben.
Grundsätzlich sollte das Gefährt einen vollen Check bekommen:

Überprüfen: alle Dichtungen und Schrauben, Bremsen (besonders Gängigkeit der Kolben), Bremsflüssigkeit, Achsen und Lager, Simmeringe an Gabel und Motorgehäuse, Motoröl, Zündkerze, alle Züge, Antriebsstrang und Luftfilter
Tauschen: Motoröl und alle Filter, Luftfilter, Bremsflüssigkeit, evtl. Bremsbeläge und Reifen
zusätzliche Ausstattung: Motorschutz, Riehmen an der Gabel zum Ziehen, Scheinwerferschutz
Ersatz- und Verschleißteile: Pannenset Bowdenzüge, versch. Übersetzungen, Kettenschlösser, Schlauch vorne und hinten, Luftfilter, Ölfilter, 10 Liter Kanister und natürlich Reifen
Sonstiges Schrauberzeug: gut sortierter Werkzeugkasten, Motoröl, LuFi-Reiniger und -Öl, Kettenreiniger und -fett, Bremsenreiniger, Montiereisen (oder gleich ne ganze Montiermaschiene, gell Kurti ;-) ), Reifenventilausdreher, Pumpe, Hubständer, Lappen und Bürste.
Equipement: Crossstiefel, Handschuhe, Helm, Brille, Hose, Knie- und Ellenbogenprotektoren, Oberkörperpanzer, Trinkrucksack und Trikot.

Ready To Race:







Hauptbericht:

Gleich vorweg, dieses Jahr sollte für mich eine große Erfahrung hinsichtlich Organisation und Zuverlässigkeit werden.

Start war Donnerstag morgen, 05:00 Uhr. Treffpunkt sollte zwar schon um halb 5 sein, aber irgendwie waren da einige Leute nicht wach zu kriegen. Meine Crew: Christoph, Bene, TangaKathi, Roman und Liviu. Die EXC war aber schnell aufgeladen und das Gepäck verstaut. Bene verkündete noch von eventuellen Reifenproblemen, die sich dann aber als Streich seines Nachbarn entpuppen sollten.

Die Fahrt verlief ziemlich gut, bis auf eine Slowenin, die beinahe eine Gruppe Motorradfahrer niedergemäht hätte. Als sie der Roman dann an der nächsten Ampel zur Rede stellte, fand sie das alles aber "gar nicht so schlimm" und fuhr davon. Uns allen war bei der Aktion aber reichlich schlecht geworden, da sie beim Überholen 5 entgegenkommende Motorradfahrer auf den Grünstreifen gezwungen hatte. ... Aber war ja alles nicht so schlimm.

Am Erzberg angekommen bin ich gleich ins Rennbüro gegangen, hab meine Unterlagen samt 2. KFZ-Fahrerlagerausweis für Bene (mit einem netten Lächeln war's kein Problem, den zu bekommen) und 4 Eintrittskarten/-bändchen (je 19,- Euro) für meine Crew. Einer zu wenig, weil ich schlicht nicht mehr Geld dabei hatte. Erschien mir aber als kein Problem, weil am Eingang vom Fahrerlager nauch welche verkauft wurden. Ein Irrtum, wie Liviu leider herausfinden mußte. Denn dort konnte man nur die normalen Zuschauerbändchen kaufen und die kosteten 35,- Euro!!! Naja, Liviu hat sich da dann mit dem Bene einigen können.
Neu war allerdings, daß man pro Person nochmals 2,- Euro löhnen mußte, weil letztes Jahr fast 3 Tonnen Müll liegen geblieben waren (komisch, wenn man bedenkt, daß es nirgends Mülleimer gab), wofür man allerdings eine Mülltüte bekam, die auch täglich abgeholt und ersetzt wurde.

Im Fahrerlager kam dann der erste große Schock: Der Kurti, die eigentlich mit Kind und Kegel samt 7,5t-Werkstattwagen Plätze reservieren wollte, war nirgends aufzufinden. Also mußten wir wohl oder übel mittendrin unsere Zelte aufschlagen.
Zum Thema Kurti sei noch gesagt: Am Donnerstag abend bekam ich dann eine SMS von ihm, er hätte arbeiten müssen und hätte sein Handy verlegt. Angesichts dessen, daß er bereits am Mittwoch vor Ort sein wollte und mir auch gesagt hatte, ich bräuchte keinerlei Werkzeug, eine sehr, sehr schwache Ausrede, die vor dem Hintergrund des Forums auch keinerlei Rechtfertigung hatte.
Zum Glück hatte ich Roman dennoch darum gebeten, sein 6-Mann-Zelt zusätzlich noch mitzunehmen und auch mein Werkzeug befand sich im Auto.

Beim Aufstellen der Zelte ergaben sich dann allerdings die nächsten Pannen: Roman hatte für sein Zelt leider kein Gestänge und Bene hatte zwar seinen Grill dabei, jedoch den Rost vergessen ... daher war der erste Unmut schon sehr groß, was natürlich auch sehr auf meine Stimmung drückte, die schlicht unterirdisch war.
Erst der Anblick von Alex im Benz samt Wohnanhänger ließ mich wieder etwas aufatmen. Er hatte außerdem seine Freundin (Vanessa), Thomas und dessen Freundin Bine dabei. Das Vorzelt des Wohnanhängers stellte dann auch die Übernachtungsmöglichkeit für mich sicher.
Bei all der Pannen tat das Wetter dann noch sein übriges, denn es war zwar trocken, sah aber schon sehr nach Regen aus.













Allerdings wurden unsere ersten Rundgänge noch von Sonne begleitet ...













Der sollte über Nacht dann auch kommen und mir offenbaren, daß das Vorzelt leider nicht ganz wasserdicht war. Scheißegal, es war Freitag und mein erster Lauf stand an. Also morgens um 7 erstmal aufgestanden und mächtig Radau gemacht, daß die anderen auch wach wurden. Irgendwo im Fahrerlager waren auch bereits die ersten Motoren zu hören, die im Drehzahlbegrenzer "Warmgefahren" wurden. Um 8 ging's dann mit einem sichtlich angeschlagenen Alex zur Fahrerbesprechung. ... Kann man sich eigentlich auch sparen, weil zum einen die Info's für die Fahrer mehr als dürftig sind und zum anderen nur nochmal abgespult wird, was man aus den Infoblättern schon alles wußte.
Also wieder zurück und erstmal richtig Frühstücken während man die ersten Fahrer auf der Strecke hören konnte.
Den ganzen Tag über sollte es dann hin und wieder regnen, allerdings noch nicht allzu schlimm. Meine Hoffnung auf halbwegs erträgliches Wetter war also noch berechtigt.

Allerdings hat das unsere Nachbarn nicht abgehalten, ihre Kumpels zu ... naja, seht selbst:







Als dann die Startnummern bis 300 aufgerufen wurden, begab ich mich zum Vorzelt und machte mich fertig. Die EXC durfte im Standgas auch brav ihre ersten Atemzüge unternehmen und wurde langsam warm. Als ich fertig umgezogen war hieß es dann aber wieder Motor aus und schieben. Am Vorstart warteten dann, wie letztes Jahr auch, die Sportstudenten, die wieder ihre Übungen mit uns machen wollten. Da der Mist aber fast 10min. dauerte und freiwillig war, bin ich direkt zur technischen Abnahme ... wohl eher Ausweiskontrolle. Ging ziemlich flott und am Start stand auch fast keiner an, was eine ganz neue Erfahrung war.

Also rauf auf die Strecke und gib ihm!
Der Streckenverlauf hatte sich im unteren Teil aber sehr geändert, zu meinem Leitwesen. Denn der erste teil der Strecke war garnicht mein Fall. Doch auf Höhe des Fahrerlagers kamen dann die altbekannten Teile und ich konnte wieder Zeit gutmachen. Im oberen Hochgeschwindigkeitsteil bekam ich dann bei Tempo 120 plötzlich Lenkerschlagen. Das schaukelte sich auf, bis der Lenker von Lenkanschlag zu Lenkanschlag wanderte. Als ich mir dann der Gedanke kam, einen "kontrollierten" Sturz hinzulegen, bekam ich's plötzlich wieder in den Griff. Aber 50m weiter, beim Anbremsen fing's wieder an. Allerdings lange nicht so heftig.
Mit dieser Überversorgung an Adrenalin bin ich dann im restlichen Teil etwas vorsichtiger zur Sache gegangen.
Ergebnis: 11:58 (Platz 619), was exakt die gleiche Zeit wie im letzten Jahr war.

Zurück im Fahrerlager war ich allerdings zufrieden. Zum einen hatte ich erfolgreich einen Sturz vermeiden können, zum anderen hatte ich noch einiges an Potenzial, um mich zu verbessern.
Gegen Mittag kamen dann noch der Blaschi mit nem Kumpel. Sie waren mit dem Motorrad gekommen und dementsprechend "feucht". Kurze Zeit später stand Alex sein Start an. Der war sichtlich nervös, war aber bestens vorbereitet. Für ihn ging's auf die Strecke, für uns zum Zuschauen:









Aber es waren auch noch ein paar andere unterwegs:





















Gegen abend begann dann der Himmel seine Schleusen zu öffnen.
Allerdings konnten wir uns auch noch auf neue Nachbarn freuen, die sich als durchaus nette Weggefährten herausstellten. Einer von Ihnen (Startnummer 1164) brachte sogar enormes fahrerisches Potential mit und fuhr gleich beim ersten Versuch auf Platz 137! Repsekt für diese Leistung.
Allerdings blieb er bei einem anschließenden kleinen Ausflug mit Spritmangel liegen und war für etwa 2 Std. verschollen.
Mit einkehrender Dunkelheit kamen dann auch wieder die Verrückten und es waren an einigen Orten die Drehzahlbegrenzer zu hören und es roch "verdächtig" nach verbranntem Gummi!

Der Samstag morgen begann für mich mit einem echten Schock: Liviu stand gegen 6 plötzlich im Vorzelt, total durchnäßt, aber putzmunter.
In der Nacht hatte es nicht nur angefangen zu Regnen, sondern es waren auch nicht unerhebliche Windböen durch's Fahrerlager gejagt. Und das hatte unsere Pavillon nicht überlebt, unter dem zu allem Übel auch noch der Liviu schlief. Er war seit 4 Uhr morgens auf und hatte Rettungsversuche gestartet. Auch die Pavillons der Nachbarn begannen, sich in die Lüfte zu erheben.
Bene, TangaKathi, Roman und Liviu entschlossen sich daraufhin, heimzufahren. War zwar schade, aber durchaus vernünftig, da das Wetter für Sonntag noch schlechter vorhergesagt wurde.



Beim anschließenden Frühstück platzte dann die letzte Bombe: Vanessa mußte Montag morgen um 8:00 Uhr in Trier arbeiten. Diese Tatsache ließ mich aber noch kalt, schließlich mußte sie sich ja bereits bei der Anreise bewußt gewesen sein, daß die Fahrt von Eisenerz bis Trier 16 Stunden dauerte.
Es zog sich dann fast eine Stunde hin, bis sie es mit endlosen Klagen über das schlechte Wetter, ihrer mangelnden Unterhaltung und einfachem, aber wirungsvollem Rumgezicke geschafft hatte, daß Alex einen kapitalen Entschluß faßte: Alex würde samt Wohnwagen und Vorzelt am Nachmittag die Heimreise antreten.

Somit mußten Christoph und ich eine Entscheidung treffen. Wir wärenn alleine zurückgeblieben, nur mit Hänger, einer Plane und Christoph's Kombi. Zwar hätten wir beide im Kombi schlafen können, aber das Gepäck hätte keinen Platz im Trockenen mehr gehabt. ... Egal wie wir es drehten und wendeten, im Endeffekt war klar, daß auch wir heimfahren mußten.
Jetzt stellte sich für mich nur noch die Problematik des Geldes. Denn die Startgebühr von 60,- Euro bekam ich nur zurück, wenn ich NICHT unter den besten 500 Fahrern war und somit auch nicht für Sonntag (HareScramble) qualifiziert. Da sollte angesicht meiner Platzierung vom Freitag kein Problem sein.

So zog ich mich gegen 10 Uhr ganz gelassen um und bereitete mich auf den 2. Lauf vor, wohl in der Gewissheit, daß ich ja am besten eine noch schlechtere Zeit fahren sollte. Am Start angekommen war ich erstaunt: Es waren kaum Starter dort. Als ich mich dann brav anstellte, mogelte sich ein Fahrer ganz hektisch nach vorne. Mir im Grunde egal. Bis ich's dann sah: Es war Cyril Despres! Der hätte aber eigentlich schon zwischen 8 und halb 9 starten sollen.
Um seinen Start auch noch werbewirksam und für die Fotografen schöner in Szene zu setzen, wurde er auch nicht mit der üblichen Fallge, sondern einer super sauberen, karrierten Flagge ins Rennen geschickt. ... Schon interessant und in brachte mich auch durchaus zum Grübeln.

Dann war ich aber dran und alles verflogen. Beim 2. Lauf stand für mich der Spaß im Vordergrund. Also ging's hauptsächlich mit gelupftem Vorderrad und vielen Sprunganteilen die Strecke hoch. In einer der letzten Kurven half ich dann noch einem Fahrer beim Ankicken und kam mit 13:30 ins Ziel.
Dort gab's dann wieder das gleiche Spielchen, wie am Start: Kameraleute, die Foto's machen wollten und Profi's, die durch die Landschaft breschten.
Die Rückfahrt stellte sich dann für Privatfahrer als etwas schwierig heraus, weil zwar 5 Guide's mit uns gestartet waren, die aber mit den VIP's irgendwelche Sonderstrecken gefahren sind, wodurch die Gruppe zum einen ziemlich zerrissen wurde, zum anderen am Ende keine Guide mehr in Sicht war.
Aber wehe, man erkundete als Privatfahrer mal das Gelände ...

Zurück im Fahrerlager startet gerade der Alex zu seinem Lauf und Christoph und ich brachten uns zum Fotografieren in Position:



































Allerdings war der Alex derart schnell, daß wir ihn nur total überrascht an uns vobeijagen sahen.
Als er wieder zurückkam, fingen Christoph und ich an, das Zeug einzupacken. Nach ca. 10min. waren wir allerdings allein. Anscheinend hatte Vanessa, die es ja eigentlich ziemlich eilig hatte, herausgefunden, daß man in so einem Fahrerlager doch einiges zu sehen bekommt und unterhalten wird ... wenn man nur etwas positiv an die Sache ran ging.
Als Christoph und ich dann fertig waren, unterhielten wir uns noch mit den Nachbarn, die sich allesamt bereits beim ersten Lauf unter die TOP 500 gefahren hatten. Allerdings schwellte in mir schon der Gedanke, einfach zu fahren.
Schließlich kamen Alex und Vanessa dann doch noch und wir konnten weitermachen. Als dann allerdings das Abendprogramm in München besprochen wurde, ist mir fast der Kragen geplatzt und ich mußte mich schon sehr zusammenreißen.

Bei der Abfahrt ging ich dann im Rennbüro vobrei, um die 60,- Euro abzuholen.
Ich stieß allerdings nur, wie bereits letztes Jahr, auf 2 äußerst unwilligen Organisatoren, die ganz offensichtlich keinerlei Verständnis für die Belange der Privatfahrer hatten. Nicht einmal meine schlechte Platzierung und die Tatsache der mangelnden Unterkunft konnte sie zur Herausgabe der Startgebühr bewegen. Sie verwiesen nur stur darauf, daß die Rückerstattung nur am Sonnstag zwischen 7 und 10 stattfand.
Außerdem teilten sie mir mit, daß ich evtl. sogar qualifiziert sei! Denn die Liste der Platzierungen enthielt ALLE Teilnehmer, also auch die 2-Zylinder und diejenigen, die nicht für Sonntag gemeldet waren. Ein klare Desinformation also, weil es im Endeffekt für niemanden ersichtlich ist, ob man für den HarScramble qualifiziert ist, oder nicht. Übrigens kann man das bis heute nirgends erfahren!

Auf der Heimfahrt kam Christoph dann die eigentlich beste Idee: Der Bahnhof!
Da hätten wir Vanessa hinfahren sollen, ihr 50,- Euro in die Hand drücken (Thomas und Bine hätten bestimmt sofort mitgezahlt) und sie wär sicher am Sonntag abend Zuhause gewesen.
Naja, leider zu spät.
Auf der Heimfahrt gerieten wir dann auf der Salzburger in einen Stau, wobei Christoph eine alte Bekannte aus Köln traf (Zufälle gibt's ...) und ich einem tiefer-breiter-härter-Golf-GTI-Blasihasi noch anhand meiner EXC veranschaulichen konnte, was echter Sound ist. ;-) Ich weiß, ich bin ein Prolo, aber ihr gefiel's und ich hatte ne Ablenkung.

Schlußendlich bleibt mir nur noch ein Fazit: Nie mehr werde ich mich auf Leute verlassen, die offensichtlich kein Verantwortungsbewußtsein haben. Außerdem werden keinerlei Zicken mehr geduldet bzw. direkt per Bahn nach Hause verfrachtet. (Nicht daß das jetzt eine falsch versteht, der Alex ist absolut zuverlässig, aber in Begleitung seiner Freundin einfach nicht der selbe!)

Last but not least, werden Christoph und ich nächstes Jahr definitiv wieder dabei sein. Dann allerdings mit einem geeigneteren Fahrzeug und völlig autark.



Special thanks to:
Christoph, der einfach immer und überall zur Hand geht und gut gelaunt ist.
Alex (solo), für seine Verlässlichkeit.
Liviu, für's Bilder fangen und das Improvisationsvermögen (auch wenn der Rost nicht lange hielt).
Roman, für die wahnsinns Ausdauer, den immerguten Willen und die Grilleinlagen.
TangaKathi, für's immer aufmunternde Lächeln.
Mr. Green, für die Eilproduktion der verrücktesten Konstruktionen.


Zurück