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Erzbergrodeo XI (2005) website counter


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Erzbergrodeo XI

26.-29. Mai 2005

(Anmerkung: Alle alias-Namen entsprechen den Namen im Kesselberg.com-Forum.)

Vorbereitungen

Es war klar, Erzberg wird ein verdammt hartes Rennen, da muß die KTM vorbereitet werden:
Ein selbst konstruierter Motorschutz wurde am Vortag endlich fertig und montiert; Manko: Alu-Blechdicke leider nur 2mm was anfangs etwas mickrig wirkte, sich dann aber durchaus bewähren sollte.



2 Kettenschlösser, 2 neue Ritzel und 3 Kettenräder in verschiedenen Größen für hinten sollten für das Wochenende genügen.
Dazu dann noch ein Hinterreifen (geplant waren 2, aber der letzte kam nicht mehr rechtzeitig an), 1 Satz Ölfilter, Zündkerze und ein Kiste voller Betriebsmittel (Motoröl, Kettenreiniger, etc.) waren auch mit dabei.
Ein Ausschnitt aus dem Werkzeugfundus: Ein gut sortierter Ratschenkasten, Schraubenzieher, Inbusschlüssel, Gabelschlüssel …
Gold wert war der alte Teppich, zum Unterlegen beim Schrauben: Somit waren runter gefallene Kleinteile im Nu wieder gefunden.
Als Bekleidung waren sämtliche Protektoren dabei, plus der GoreTex-Hose, da die bestellte Crosshose nicht kam. Als Hemd wurde ein altes Trikot benutzt.

Auf die Verköstigung und Campingausrüstung geh ich nicht ein

Folgendes hat, im Nachhinein gesehen, gefehlt:
Ersatzluftfilter incl. Reinigungsmittel; Ersatzschläuche, Montiereisen, Ventilausdreher; Handprotektoren; Trinkrucksack;







Donnerstag, 26. Mai 2005
Abfahrt

Um 9 Uhr früh ging’s los: Die Dachbox auf den VW Bus, die KTM auf dem Hänger festgezurrt und Ab dafür! Dabei: Mechaniker Christoph (alias Christoph), Koch/Mechaniker Alex, „Boxenluder“ Catherine (alias KaDe) und meiner einer (alias Max) natürlich.



Nach 6 Std. Fahrt und einigen Pinkelpausen (Dat Bier muß raus!!!) ...



... sind wir dann endlich angekommen und da lag sie dann vor uns: Die größte Pyramide der Welt! (Zumindest sagt das der Bürgermeister von Eisenerz.)



Also rein ins Rennbüro, angemeldet und rauf ins Fahrerlager: Was für ein Anblick, WOW!!!
Den Heinzi (alias Evel Knievel) haben wir zwar nicht angetroffen (musste grad ne 11:05 in den Lehmboden brennen ), dafür aber seinen Kumpel den Christian. Also Bus abgestellt, KTM abgeladen und schon hatten mir unsere anderen Nachbarn das erste Bier in die Hand gedrückt. Nein, natürlich hab ich’s nicht getrunken! Das Vorzelt aufzubauen war auch so schon schwierig genug, gell Jungs.



Nachdem alles stand und die Startnummern (1084) dran waren,



kam auch schon der Heinzi zurück. Sah der aus: Überall voller Dreck, die Felge vorne hat die Form des Erzbergs angenommen und der Hinterreifen … kapital!







Dafür, dass wir uns gerade einmal, am Kesselberg natürlich, begegnet waren, passte die „Chemie" von Anfang an! Und mit dieser spitzen Stimmung, vielen wertvollen Tipps von meinem neuen „Mentor“ und den Freibier-Nachbarn ging’s dann in den Abend. Trotz schon erheblich Schlagseite, hat unser Koch dann noch ein Essen serviert, das seines gleichen gesucht hat und das wurde natürlich mit passender Kulisse genossen.



Man muß im Allgemeinen sagen, dass das Essen steht’s selbst gemacht, reichlich und wahnsinnig lecker war! (Danke Alex!!!)



Freitag, 27. Mai 2005
Prolog Teil 1

Kalt war’s in der Nacht, man könnte meinen, es hätte gefroren. Leider hatte der Alex nur ne kümmerliche Decke dabei.



Hab ihm von da an meinen Schlafsack gegeben … am Ende bleibt noch unser Essen aus.
Jedenfalls erst mal gut gefrühstückt und dann mal die Kette noch auf Vordermann gebracht. Um halb 10 hat dann der Christian Pfeiffer als Vorjahressieger den Prolog eröffnet.

Für alle, die die Regeln nicht kennen: Am Freitag und Samstag (Prolog) darf jeder Teilnehmer je einmal die gut 17,5km bis zum Gipfel heizen. Die bessere Zeit gilt dann. Nur die schnellsten 500 dürfen dann am Sonntag beim „HareScramble“ starten. Gestartet wurden die über 1100 Fahrer in 20 Sekunden Abständen.

Mit meiner recht hohen Startnummer war ich rechnerisch erst gegen 16 Uhr Nachmittags dran. Also noch genug Zeit um allerhand Schwachsinn mitzuerleben, z.B.
Sandboarding


Dann gegen 16 Uhr, die Mittagshitze von 28° im Schatten wollte nicht weichen, wurde es langsam ernst und ich hab mich das erste Mal in mein Outfit gequält. Nicht meckern, das Trikot entstand am Campingtisch, da der Admin (alias Twixi) leider kein adäquates Shirt besorgen konnte.
Dann ging’s ins Rennen:










Video (4,02MB)

Die Fahrt war richtig abwechslungsreich: Erst hab ich die erste Wende verpasst, weil die Streckenbegrenzung weg war. Dann hatte ich aber Glück und konnte gleich 2 Fahrer an der Kehre in Höhe des Fahrerlagers überholen. Anschließend hab ich die KTM aber 3 Kehren weiter leider abgewürgt und musste dann zu allem Übel einem langsamen Teilnehmer hinterher: Überholen unmöglich, da man durch den Staub nichts sehen konnte ... inkl. eines Schlaglochs, das ich dann mit etwa Tempo 100 voll erwischt hab. Im Ziel kam dann eine 11:55,9 (Platz 393!!!), ein angefressener Hinterreifen, diese Felge und ich raus.









Am Abend haben KaDe und ich dann ein Video durchs Fahrerlager gemacht und ich mich anschließend todesmutig in die eiskalte Mannschaftsdusche gewagt.
Danach haben wir uns dann wieder kollektiv über aberwitzigen Aktionen der Nachbarn gewundert: Die 380er 2-Takter wollte einfach nicht so in den Drehzahlbegrenzer rauschen, wie es ihr Fahrer gern gehabt hätte: Eine Membran, eine Zündkerze und mind. 5 Bier später kamen sie dann drauf, dass der am Krümmer entlang verlegte Kabelbaum komischer Weise verschmort war.
Zum Lachen gab’s also da drüben immer was ... und für’n Alex reichlich Bier.
Einer von den "Windschiefen":



Samstag, 28. Mai 2005
Prolog Teil 2

Auf, auf, Zeit verbessern war angesagt. Ich hatte mir am vorabend eine utopisch anmutende 11:30 als heutiges Ziel gesetzt.
Und was braucht man dafür als erstes? Richtig, Frühstück!!! Eier mit Speck, dazu Cappuccino; unten rissen die Ersten schon wieder kräftig am Kabel.



Dann wurde sich um KTM gekümmert ...



... und es gab den ersten Schock: Der Luftfilter war zu und ich hatte keinen Ersatz dabei. Aber kein Problem, der Heinzi kann alles besorgen. Schließlich hatte er ja auch einfach so beim KTM-Werksteam ne neue Felge für seine 950er Adventure abgestaubt, die er dann wieder geschrott...



... lassen wir das.

Den krassesten Heli-Piloten, den ich je gesehen hab, gab's natürlich auch nur hier: Sollte für's Fernsehen nem Fahrer folgen. Und weil dem das anscheinend viel zu langweilig war ist er zum allgemeinen Staunen quer (!!!) durch ne Schlucht geflogen, die nicht viel breiter war, als er lang.



WAHNSINN!!!

Jedenfalls war ich dann gegen 3 startklar und hab auch ziemlich gut abgeschnittet ... eigentlich sogar fantastisch: Allein mein Sprung bei Tempo 120 hat sich verdammt schnell angefühlt: Waren bestimmt 10m!

Video (920KB)

Und tatsächlich, im Ziel stand eine 11:31,4 auf der Uhr, das war nur ganz knapp über meinem Ziel. Aber: 24 Sekunden schneller als am Vortag! WOW!
Da wär sogar noch mehr drin gewesen, aber im oberen Teil bin ich wieder an so nem windigen 2-Takter mangels Sicht nicht vorbeigekommen ... ärgerlich!!!



Zumal ich mir dann auch noch beim Runterfahren nen Platten geholt hab.





Aber zum Glück war ja der Heinzi da, der merklich Erfahrung bei solchen Events, u.a. mit nötigen Ersatzteilen, gesammelt hat.
Da gab's viel zu erzählen ...



... was den Christoph nicht davon abgehalten hat ...



... alter Nichtsnutz! ;-)

Dem Alex war das egal ...



Der Abend begann dann erst mal mit der Freestyle-Show und wir waren dabei:


Im Anschluß waren dann wieder die Nachbarn dran, wobei manch einer schon "etwas" gezeichnet war.



Und heut kamen die Reifenbrater dann auch endlich zu ihrem verdienten Spaß. (Wußte gar nicht, daß Krümmer so schön in der Dämmerung leuchten!)




Sonntag, 29. Mai 2005
Hare Scramble

Da war er dann gekommen, der Tag, an dem ich zum ersten Mal den Erzberg richtig erklimmen sollte.
Zunächst aber erst mal den Hinterreifen wechseln, der alte hatte seine Schuldigkeit getan:

Dann ging's ins Rennbüro. (Verdammt, sind die schlecht organisiert!) Nur durch Zufall hab ich dann die Fahrerbesprechung mitbekommen und um 11 sollten dann alle Fahrer gemeinsam zum Start geführt werden. ... 1 Std. lang, bis 12 Uhr, haben sich 10 Startreihen (ich war Reihe 7) zum Start runtergequält.
12:05Uhr (bei 35° im Schatten): Start für Reihe 1! Alle weiteren wurden je in 2min Abständen losgeschickt.

O-Ton Veranstalter: "Den ersten Hang werden wohl nur die Hälfte der Fahrer hochkommen."
Und, oh Mann, das sah aus von unten: Der war ca. 100 bis 120m lang und hatte eine Steigung von 45 - 60°.



Aber das war auch mein einziges Ziel: Da hochkommen!!! Überhaupt, ich bin zum Erzberg nur mit dem Ziel gefahren, irgendwie unter die ersten 500 zu kommen. jetzt stand ich sogar in Reihe 7! D.h. ich war unter den besten 300 - 350 Fahrern. Jetzt die Aussage über den ersten Hang ... wär ich ich nicht hochgekommen, ich wär nicht in tränen ausgebrochen sondern immer noch hochzufrieden gewesen.

Also, die ersten 50 nehmen den Hang in Angriff ... gerade mal 10 schaffen's auf anhieb ... na bravo, was soll ich dann da???
Egal jetzt gilt's, Reihe 7 startet, ca. 100 Fahrer stehen eh noch unten dran. Hab mich erst mal etwas in den Hintergrund gestellt und auf "meine Spur" gewartet. Dann hab ich sie gesehen, meine Chance: 2-Gang rein, Gas voll auf und aus der 3. Wartereihe nach vorne gebrescht, abbremsen, ja nicht schon vorher nen Abflug machen, vorsichtig in den Hang rein und dann: G A S ! ! !
Verdammt, ich hab's mit dem allerersten Versuch gepackt!!! Die 520er hat sich da hochgebohrt, hab oben sogar den Schieber zu machen müssen, sonst wär ich da in den Himmel geschossen ...
Da stand ich nun, am Ziel meiner Vortages-Träume. Erstmal Mopped abgestellt und gejubbelt, als hätt ich das Rennen gewonnen.

Alles, was jetzt kam, war Bonus, eine Utopie, die ich mir so nicht mal hätte vorstellen können. Hab mich dann noch um einiges weitergekämpft, ...



... bevor ich zu meinem Albtraum kam: Ein Hang, abwärts zu "fahren", der fast 90 Grad nach unten ging. Nachdem's die 3 vor mir so dermaßen da zerlegt hat und ich wußte, daß meine Arme eh schon an der Grenze sind, hab ich hier aufgegeben, nach 2 Std. Wollte am Ende nicht auch noch meine treue Kati wegschmeißen, die mich so zuverlässig alle Steilhänge raufgetragen hat und dabei nie muckte.

Meine Bilanz vom HareScramble 2005: Checkpoint 1 (von 14) nicht erreicht, trotzdem weiter als viele andere gekommen. Mußte nur einmal im Hang umdrehen und einmal 5m meine 520er hochschleppen (hatte Angst, hinten runterzufallen, Gas weg, Motor aus), was mich am Ende zu viel Kraft gekostet hat, um sicher weiter zu kommen.
KTM hat ein paar Kratzer an den Seitendeckeln, ansonsten top!
Selbst keinerlei Blessuren davongetragen; im Gegenteil, bin sogar noch braun geworden.

Zu guter Letzt möchte ich mich noch bei all meinen Helfern bedanken, ich hatte eine tolle Crew (wenn sie auch öfter mal etwas sehr viel Schlagseite hatte)!
Bin nächstes Jahr bestimmt wieder dabei (hoffentlich nicht allein) ... und wer weiß, wie weit ich dann komm ...




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